Ein typischer Tag im Minigarten

„Tschüss Mama, bis heute Mittag." „Papa, bis später." Fröhlich winkend stehen zwölf Kinder an der Tür des Mütterzentrums Vechta und verabschieden ihre Eltern. Die Kleinen besuchen den Minigarten
im Mütterzentrum Vechta. Von 8 bis 12 Uhr verbringen sie einmal in der Woche (Dienstag oder Donnerstag) den Vormittag ohne Mama und Papa in der Willohstraße 20. Je zwei pädagogische Fachkräfte
betreuen die Kleinen. Spielen, Basteln, Singen und vieles mehr steht auf dem Programm.
„Kinder brauchen Kinder. Sie wollen den Kontakt mit Gleichaltrigen", wissen Ellen Schomaker und Monique Dieckmann. Die ausgebildeten Erzieherinnen betreuen Kinder im Alter von 18 Monaten bis zu
dreieinhalb Jahren jeweils dienstags und donnerstags von 8 bis 12 Uhr im Minigarten. „Im Minigarten lernen die Kleinen im Umgang mit- und voneinander", erläutert Ellen Schomaker. „Unsere
Betreuung ergänzt die elterliche Erziehung. Wir stehen im regen Austausch mit den Eltern, um die Gestaltung des Minigartenalltages im Interesse der Kinder gemeinsam voranzubringen."
Eingewöhungsphase
Kinder müssen sich wohlfühlen, um sich vertrauensvoll auf die neue Situation im Minigarten einlassen zu können. Wenn ein neues Kind in die Gruppe aufgenommen wird, begleitet zunächst ein Elternteil
bzw. eine vertaute Bezugsperson das Kind. „Meistens erfolgt das Hineinwachsen in die Gruppe sehr schnell", weiß Monique Dieckmann. „Geduld und Verständnis für die Bedürfnisse des Kindes stehen bei
uns im Vordergrund. Das ist wichtig, damit sich das Kind bei uns sicher fühlen kann." Die Eingewöhnungsphase erfolgt stufenweise: Die Aufenthaltsdauer des Kindes wird allmählich ausgedehnt. Es nimmt
schrittweise an immer mehr Aktivitäten der Gruppe teil. Die Dauer der Eingewöhnungszeit richtet sich nach den Bedürfnissen des Kindes.
Die Kleinen werden spielerisch gefördert, sowohl in der Grob- als auch in der Feinmotorik. Toben, Eintauchen ins Bällebecken, aber auch Basteln und Malen werden geübt. In den Räumlichkeiten des
Minigartens haben die Kinder die Möglichkeit, kreativ zu werden. und Singspiele gehören ebenfalls zum regelmäßigen Minigarten-Programm. Neben den vielen Möglichkeiten im Haus bietet der große Garten
den Kleinen neben Kletterturm und Schaukeln auch einen Sandkasten und Spielsachen sowie eine robuste Sitzgruppe zum Ausruhen.
Ein wichtiger Teil des gemeinsamen Vormittags ist das Frühstück. Die Kinder bringen sich Brote, Obst, Gemüse und Joghurt mit, die Getränke werden vom Mütterzentrum gestellt. Wenn die Kinder ihr Essen
auf dem Teller haben, fassen sich alle an den Händen und wünschen sich einen guten Appetit. „Das Frühstück ist bei uns sehr wichtig", sagt Ellen Schomaker. „Die Kinder kommen zur Ruhe und erleben die
Gemeinschaft mit den anderen."
Die pädagogischen Fachkräfte beobachten die Kleinen bei ihren Aktivitäten, schlichten Streitereien und trösten bei Misserfolgen und Kummer. Die Kinder sollen u. a. Rücksichtnahme erlernen und üben,
eigene Ideen zu verwirklichen, Spielpartner selbst auszuwählen und Sozialverhalten aufzubauen. „Die Kindern können Selbstständigkeit am wirkungsvollsten im Alltäglichen Erlernen. Wir fördern diese z.
B. beim Essen, An- und Ausziehen sowie Hände waschen", berichtet Ellen Schomaker. „Die Kindern sollen ein gesundes Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit und Durchsetzungsvermögen entwickeln. Dies wird
u. a. durch die Geborgenheit in der Gruppe, gegenseitige Rücksichtnahme und das Vergeben kleiner Aufträge und Aufgaben vorangebracht."
„Alle Leut' gehn jetzt nach Haus, denn der Minigarten ist jetzt aus", singen alle gemeinsam zum Abschied. Strahlend fliegen die Kleinen in die Arme ihrer Mütter bzw. Väter.
